Sams­tag, 14. Febru­ar 2026 | All­ge­mei­nes

Eini­ge haben es geahnt, für die meis­ten kam die Nach­richt über­ra­schend: Dr. Ema­nu­el Fürst zu Salm hat ange­kün­digt, sein Amt als Hoch­meis­ter des Bun­des der His­to­ri­schen Deut­schen Schüt­zen­bru­der­schaf­ten nach 15 Jah­ren wei­ter­zu­ge­ben. Ange­sichts der Viel­zahl neu­er Auf­ga­ben nach dem Tod sei­nes Vaters sieht sich Salm nicht mehr in der Lage, „den Schüt­zen im vol­len Umfang gerecht zu wer­den“. Bereits bei der Bun­des­ver­tre­ter­ver­samm­lung am 22. März soll ein Nach­fol­ger gewählt wer­den. Fürst Salm hat Max Frei­herr Spies von Bül­le­sheim als neu­en Hoch­meis­ter vor­ge­schla­gen. Sei­ne Wahl gilt als sicher. Die fei­er­li­che Amts­über­ga­be soll zum Bun­des­fest in Dam­me erfolgen.

In einer emo­tio­na­len Rede hat­te Fürst Salm beim Tref­fen mit Bun­des­vor­stand und Diö­ze­san­bun­des­meis­tern auf sei­nem Fami­li­en­sitz Schloss Anholt sei­ne Ent­schei­dung mit­ge­teilt. Mit Bun­des­schüt­zen­meis­ter Robert Hop­pe, mit dem ihn ein beson­de­res Ver­trau­ens­ver­hält­nis ver­bin­det, war er bereits vor­her im engen Aus­tausch gewe­sen. Salm beton­te, die Schüt­zen und ihre Idea­le sei­en ihm stets nahe gewe­sen. Er habe trotz der Viel­zahl der Ter­mi­ne stets mit Freu­de am Leben der Gemein­schaft teil­ge­nom­men und vie­le beson­de­re Men­schen ken­nen­ge­lernt. „Als ich damals das Amt des Hoch­meis­ters über­nom­men habe, wuss­te ich, dass es eine gro­ße Ver­ant­wor­tung ist. Was ich nicht wuss­te, war, wie sehr mich die­se Auf­ga­be prä­gen wür­de – mensch­lich, geist­lich und per­sön­lich.“ Es habe vie­le schö­ne Momen­te gege­ben, aber auch Ent­schei­dun­gen und Dis­kus­sio­nen, die Kraft gekos­tet hät­ten. Dabei sei ihm klar gewor­den, wie wich­tig bei allem das christ­li­che Fun­da­ment der Bru­der­schaf­ten sei. Sein Dank für Weg­be­glei­tung und Unter­stüt­zung, Rat und Kri­tik ver­band Salm mit der herz­li­chen Bit­te, sei­nem Nach­fol­ger eine eben­sol­che rück­halt­lo­se Unter­stüt­zung zuteil­wer­den zu las­sen. Max Frei­herr Spies von Bül­le­sheim sei ein geer­de­ter Mensch, dem Brauch­tum ver­bun­den, als Land­wirt der Schöp­fung nahe, in sei­ner Fami­lie gebor­gen und den christ­li­chen Tra­di­tio­nen ver­pflich­tet. Salm: „Ich bin froh, dass wir in inten­si­ven Gesprä­chen einen Weg gefun­den haben, unse­ren wun­der­ba­ren Bund in die Zukunft zu füh­ren.“ Dazu gehö­re auch ein geord­ne­ter Über­gang mit einer län­ge­ren Pha­se der Weg­be­glei­tung durch ihn. Die öffent­li­che Amts­über­ga­be sol­le zum Bun­des­fest in Dam­me erfol­gen. Aber auch danach gel­te, so Salm: „Ich lege die­ses Amt nie­der, aber ich gehe nicht fort. Ich blei­be Schütze. Ich blei­be Bru­der. Und ich blei­be die­ser Gemein­schaft ver­bun­den – mit Herz und Überzeugung.“

Bun­des­schüt­zen­meis­ter Robert Hop­pe sprach von gro­ßem Bedau­ern, das er emp­fin­de: „Ich hät­te mir sehr gewünscht, unser part­ner­schaft­li­ches Mit­ein­an­der noch lan­ge fort­set­zen zu kön­nen.“ Fürst Salm habe durch sei­ne Grad­li­nig­keit und Herz­lich­keit den Bund über 15 Jah­re geprägt. Hop­pe zeigt den­noch Ver­ständ­nis für die Ent­schei­dung, das Amt auf­zu­ge­ben. Salm hat­te von der Viel­zahl der neu­en Ver­pflich­tun­gen gespro­chen, die auf ihn nach dem Tod sei­nes Vaters, des bis dahin amtie­ren­den Fürs­ten Salm, zuge­kom­men sei­en. „Ich kann den Schüt­zen nicht mehr die Zeit geben, die nötig und rich­tig wäre, da ich ver­schie­de­ne Gre­mi­en­mit­glied­schaf­ten und Vor­stand­pos­ten in allein zwölf Funk­tio­nen über­nom­men habe.“

 

Dank­bar zeig­ten sich Bun­des­vor­stand und Diö­ze­san­bun­des­meis­ter für Salms Bereit­schaft, das ers­te Halb­jahr bis zur fei­er­li­chen Amts­über­ga­be zum Bun­des­fest in Dam­me im Dop­pel mit dem neu­en Hoch­meis­ter an Bord zu blei­ben und auch danach bera­tend tätig zu sein. Die Emp­feh­lung an Prä­si­di­um und Bun­des­ver­tre­ter­ver­samm­lung zur Wahl von Max Frei­herr Spies von Bül­le­sheim erfolg­te ein­mü­tig. Der Kan­di­dat wird bei der Prä­si­di­ums­sit­zung am 14. März in Werl in einen inten­si­ven Gedan­ken­aus­tausch mit dem Füh­rungs­gre­mi­um des Bun­des der His­to­ri­schen Deut­schen Schüt­zen­bru­der­schaf­ten ein­tre­ten und sich auch bei der Bun­des­ver­tre­ter­ver­samm­lung am 22. März in Lan­gen­feld-Rich­rath aus­führ­lich vor­stel­len und sei­ne Visi­on für die Zukunft des Bun­des der His­to­ri­schen Deut­schen Schüt­zen­bru­der­schaf­ten erläu­tern. Die Wahl erfolgt bei der Bundesvertreterversammlung.