Der Sankt Sebastianus Schützenverein Derendorf 1655 e. V. richtet seine Präventionsarbeit neu aus und schreibt seine Maßnahmen zum Schutz vor sexualisierter Gewalt weiter fort. Dabei stehen eine Anpassung bestehender Strukturen sowie eine stärkere Klärung von Verantwortungsbereichen im Mittelpunkt.
In einem einführenden Vortrag informierte Schützenbruder Lutz Hullermann (Gesellschaft 1. Jäger 1875) den Beirat – ein Gremium des Regimentsvorstandes mit Vertreterinnen und Vertretern der angeschlossenen Gesellschaften – über grundlegende Aspekte der Prävention gegen sexualisierte Gewalt in ihren verschiedenen Erscheinungsformen. Neben rechtlichen Rahmenbedingungen ging es dabei vor allem um Fragen der Sensibilisierung, der Wahrnehmung möglicher Risiken sowie um Handlungsmöglichkeiten im Umgang mit entsprechenden Situationen. Ziel wird es sein, ein gemeinsames Verständnis dafür zu fördern, Prävention als eine dauerhafte Aufgabe innerhalb von Vorstand und Mitgliedern zu begreifen.
Vorgestellt wurde zudem ein übergreifend angelegtes Präventionskonzept, das als Orientierung für den gesamten Verein dienen soll. Es umfasst unter anderem Überlegungen zu Zuständigkeiten und Kommunikationswegen, mögliche Verhaltensleitlinien für Funkti-onsträgerinnen und Funktionsträger, Angebote zur Information und Schulung sowie Über-legungen zu Vorgehensweisen in Verdachts- oder Beschwerdefällen. Die regelmäßige Überprüfung und Weiterentwicklung der Maßnahmen soll noch weiter intensiviert werden.
Zur organisatorischen Einbindung der Präventionsarbeit ist vorgesehen, innerhalb der Vereinsstrukturen ein Koordinierungs- und Organisationselement zu etablieren. Dieses soll aus mehreren Mitgliedern des erweiterten Regimentsvorstandes bestehen und mit einer Kommission zusammenarbeiten, in der Vertreterinnen und Vertreter der verschiedenen Vereinsgremien sowie der Kompanien und Gesellschaften eingebunden sind. In diesem Zusammenhang ist auch die Einrichtung eines Austauschgremiums vorgesehen, das perspektivisch als ein „Derendorfer Runder Tisch der Prävention“ wirken könnte. Ergänzend könnten in den einzelnen Kompanien und Gesellschaften Ansprechpersonen für Präventionsfragen benannt werden.
Der 1te Regimentschef Dirk Schurse betonte abschließend: „[…] es handele sich nicht nur um organisatorische Anpassungen, sondern um ein klares Bekenntnis zu Verantwortung und Fürsorge. Prävention sei eine dauerhafte Führungsaufgabe, die Haltung, Trans-parenz und Verlässlichkeit verlange […].“ Mit der weiteren Verankerung entsprechender Strukturen beabsichtigt der Verein ein Zeichen zu setzen, dass der Schutz aller Mitglieder – insbesondere junger Menschen und schutzbedürftiger Erwachsener – ein wichtiges Anliegen bleibt und auch künftig in vollumfassender Aufmerksamkeit begleitet werden soll.
