St. Sebastianus Schützenbruderschaft Brühl vor 1442 übergibt wertvolles Vereinsarchiv an das Stadtarchiv

Freitag, 16. Oktober 2026

Berichts-Kategorie: Bruderschaften

Bruderschaft: St. Sebastianus Schützenbruderschaft Brühl

eingesendet von: Dennis Dick

Ein bedeu­ten­des Kapi­tel Brüh­ler Stadt­ge­schich­te erhält einen dau­er­haf­ten Platz im his­to­ri­schen Gedächt­nis der Stadt: Die St. Sebas­tia­nus Schüt­zen­bru­der­schaft Brühl vor 1442 e.V. hat am Diens­tag­abend, den 6. Okto­ber 2026, ihr umfang­rei­ches Ver­eins­ar­chiv im Rah­men einer fei­er­li­chen Ver­an­stal­tung an das Stadt­ar­chiv Brühl übergeben. 

Mit his­to­ri­schen Rede­bei­trä­gen, der Vor­füh­rung des auf­wen­dig restau­rier­ten Schüt­zen­fest­films von 1914 und einem Schau­spiel wur­de die Bedeu­tung der his­to­ri­schen Zeug­nis­se ein­drucks­voll gewür­digt. Die Ver­ein­ba­run­gen zur Über­ga­be wur­den tra­di­ti­ons­ge­mäß mit einer Fal­ken­fe­der unter­zeich­net. Das über­ge­be­ne Archiv birgt außer­ge­wöhn­li­che Schät­ze: Das ältes­te erhal­te­ne Pro­to­koll­buch der Bru­der­schaft beginnt im Jahr 1671, das ältes­te erhal­te­ne Schüt­zen­schild stammt sogar aus dem Jahr 1575. 

Hin­zu kom­men his­to­ri­sche Königs­pla­ket­ten und wei­te­re Doku­men­te, die Ein­bli­cke in das gesell­schaft­li­che Leben, die Tra­di­tio­nen und die Ent­wick­lung der Stadt Brühl über meh­re­re Jahr­hun­der­te ermög­li­chen. Eine beson­de­re Attrak­ti­on des Abends war die Vor­füh­rung eines his­to­ri­schen Films vom Schüt­zen­fest des Jah­res 1914. Die Auf­nah­men, die auf­wen­dig in 4K digi­ta­li­siert wur­den, zei­gen frü­he beweg­te Bil­der der Stadt und machen ein Stück Ver­gan­gen­heit auf ein­drucks­vol­le Wei­se wie­der erlebbar.

Mit der Über­ga­be an das Stadt­ar­chiv ver­folgt die Schüt­zen­bru­der­schaft ein kla­res Ziel: Die wert­vol­len Doku­men­te und Gegen­stän­de sol­len nicht nur fach­ge­recht auf­be­wahrt, son­dern auch für For­schung, his­to­ri­sche Bil­dungs­ar­beit und inter­es­sier­te Bür­ge­rin­nen und Bür­ger zugäng­lich gemacht wer­den. Als Depo­si­tum bleibt das Archiv der Bru­der­schaft zuge­ord­net, wäh­rend die Stadt die dau­er­haf­te fach­ge­rech­te Siche­rung und Erschlie­ßung der Bestän­de übernimmt. 

Die Idee zu die­sem Pro­jekt ent­stand aus der Fra­ge, wie his­to­ri­sche Unter­la­gen und wert­vol­le Erin­ne­rungs­stü­cke geschützt wer­den kön­nen, ohne sie dau­er­haft der Öffent­lich­keit vor­zu­ent­hal­ten. Der Vor­stand um den Vor­sit­zen­den Frank Pohl und der für die Auf­ar­bei­tung des Archivs ver­ant­wort­li­che Schüt­zen­bru­der Wolf­gang Siegl fan­den in Bür­ger­meis­ter Dr. Marc Prokop und Stadt­ar­chi­var Alex­an­der Enti­us enga­gier­te Gesprächs­part­ner. Ein beson­de­rer Dank galt Wolf­gang Siegl, der das Pro­jekt maß­geb­lich beglei­tet und die Auf­ar­bei­tung des Ver­eins­ar­chivs als Pro­jekt­lei­ter vor­an­ge­trie­ben hat. 

Für sein Enga­ge­ment wur­de er im Rah­men der Über­ga­be zum Archi­var ernannt. Die Wür­di­gung unter­streicht die Bedeu­tung sei­ner Arbeit für die Siche­rung des his­to­ri­schen Erbes der Bru­der­schaft. Auch Ver­tre­ter des Bun­des der His­to­ri­schen Deut­schen Schüt­zen­bru­der­schaf­ten (BHDS) beglei­te­ten den beson­de­ren Anlass. Hei­ko Kle­usch, Prä­si­di­ums­mit­glied des BHDS, und Dani­el Ball vom BHDS-Diö­ze­san­ver­band Köln e.V. nah­men an der Ver­an­stal­tung teil und wür­dig­ten die zukunfts­wei­sen­de Bedeu­tung der Archivübergabe. 

Die St. Sebas­tia­nus Schüt­zen­bru­der­schaft Brühl vor 1442 e.V. gehört seit Jahr­hun­der­ten zur Geschich­te der Stadt. Ihre über­lie­fer­ten Doku­men­te erzäh­len nicht allein von einem Ver­ein, son­dern zugleich von den Men­schen, dem gesell­schaft­li­chen Leben und dem Wan­del Brühls. Bür­ger­meis­ter Dr. Marc Prokop, selbst Schüt­zen­bru­der, beton­te die beson­de­re Bedeu­tung des Pro­jekts für die Stadt und ihre kom­men­den Gene­ra­tio­nen. Sein Dank galt dem Vor­sit­zen­den Frank Pohl, Pro­jekt­lei­ter Wolf­gang Siegl sowie allen Betei­lig­ten der Schüt­zen­bru­der­schaft und des Stadt­ar­chivs, ins­be­son­de­re Alex­an­der Enti­us und sei­nem Team. 

Die Über­ga­be ist damit weit mehr als eine orga­ni­sa­to­ri­sche oder archiv­tech­ni­sche Maß­nah­me. Sie steht für geleb­te Erin­ne­rungs­kul­tur, his­to­ri­sche Ver­ant­wor­tung und die Ver­bin­dung von Tra­di­ti­on und Zukunft. Brühl bewahrt mit die­sem Schritt ein wert­vol­les Stück sei­ner Iden­ti­tät – und macht es zugleich für kom­men­de Gene­ra­tio­nen erforsch­bar und erlebbar.